Vom Kaiserplatz zur Josefskirche

 

Seit 1879 hat der Kaiserplatz seinen Namen.


Kaiser haben Deutschland lange regiert, das Land und die Menschen in größte Kriege und Elend geführt, der Platz wurde dennoch nie umbenannt.

 

Eine Bronzeplastik mit dem Reiterstandbild Kaiser Friedrich III. steht seit 1911 auf dem Platz. Sie soll an das
Drei-Kaiser-Jahr erinnern: Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. regierten ab dem Jahr 1888, wobei die beider ersten Kaiser im gleichen Jahr verstarben.

 

 

Aachen Kaiserplatz  © Dieter Jansen
Kaiserplatz Pferdebahn um 1890 (Foto Andrebn)
Kaiserplatz Pferdebahn um 1890 (Foto Andrebn)
Kaiserplatz Richtung Adalbertstift um 1900 (Postkarte)
Kaiserplatz Richtung Adalbertstift um 1900 (Postkarte)

 

 

Von hier aus führte Richtung Trier der alte Römerweg aus Stein (Adalbertsteinweg). Sie war aber schon zur Zeit der Franzosen (um 1800) so marode, dass Napoleon diese für seine Truppen und seine Kriege aufwendig sanieren ließ. Noch heute kann man die Obelisken bis tief in die Eifel sehen.

 

 

Aachen  © Dieter Jansen
Friedrich III.

 

 

Am Kaiserplatz gibt es die Kirche St. Adalbert, oft zerstört und wieder aufgebaut. 

Um das Jahr 1000 ist sie an der Stadtmauer entstanden. Hier stand ehemals das Adalbertstor. Einzig erhalten ist der Adalbertsturm. 

 

 

Kaiserplatz mit Statur 1986
Kaiserplatz mit Statur 1986
Kopfsteinpflaster und O-Bus
Kopfsteinpflaster und O-Bus

 

 

Heute ist der Platz erneuert und erinnert nicht mehr an den Kaiserplatz früherer Jahre.

 

Nach dem Krieg herrschte sogar die Meinung vor: „Wenn der Autoverkehr laufen soll, gehören die Fußgänger unter die Erde.“ 

 

 

Kaiserplatz 1986 mit Eingängen zur Unterwelt
Kaiserplatz 1986 mit Eingängen zur Unterwelt
Die Quittung für den Vernichtungskrieg Nazi-Deutschlands: US-Truppen erreichen 1944 auch den Adalbertsteinweg
Die Quittung für den Vernichtungskrieg Nazi-Deutschlands: US-Truppen erreichen 1944 auch den Adalbertsteinweg

 

 

Die von vier Seiten zugängliche Unterführung wurde in den 1980igern geschlossen. Den Tunnel gibts übrigens heute noch. 

 

Dennoch bleibt es dabei: Dieser Platz ist einer der größten Verkehrspunkte Aachen und deshalb extrem Lärmbelastet.

 

 

 

 

Wo es einst die Straßenbahnhaltestellen gab, ist heute Treffpunkt der Drogenabhängigen und Wohnungsloser. Dies ist für die Anwohner ein echtes Problem.

 

 

Adalbertsteinweg um 1900
Adalbertsteinweg um 1900
Aachen  © Dieter Jansen
Adalbertsteinweg 2016

 

Vom vorderen Bereich des Adalbertsteinwegs ist nach dem letzten Weltkrieg nichts übrig geblieben. Einst schöne Fassaden im Jugend- bzw. Gründerstil sind zerstört.

An der Nr. 10 stand einst ein Schwimmbad der Rheinprovinz, man nannte es Schwimmanstalt. Dort wo heute Teppiche verkauft werden, befand das Kino Burgtheater.

 

Kino Burgtheater 1977
Kino Burgtheater 1977
... heute
... heute

 

Ein Stückchen weiter liegt der Steffensplatz. Der Steffensplatz war von Wasser umgeben - dort verlief überirdisch die Pau. Heute ist sie kanalisiert. Niemand erkennt heute den Verlauf.

Der Platz ist heute auch noch kaum auszumachen und hat seine eigenen Probleme.

 

Schräg gegenüber stand eine Mühle: Die Pulvermühle. Degraa hatte hier viele Jahre eine Gaststätte die diesen Namen trug.

 

Wir gehen ein Stück weiter gehen in die Rudolf- und dann in die Steinkaulstrasse 26. Hier ist ein berühmter Mann geboren: der Architekt Mies van der Rohe. Er wurde in diesem Haus am 27. März 1886 geboren, lebte später in der Vaalserstraße und ab 1938 in den USA.

 

 

Das Geburtshaus des M. van der Rohe: Steinkaulstraße 69
Das Geburtshaus des M. van der Rohe: Steinkaulstraße 69
Mies van der Rohe
Mies van der Rohe

Mies van der Rohe Haus in Aachen

 

 

Gegenüber dem Rohe-Haus gibt es auf dem kleinen Platz an der Scheibenstrasse das Straßenbahndenkmal. Durch die Strassen quietschten 100 Jahre die Aachener Strassenbahnen. Hier standen Werkstätten, Betriebshöfe und Abstellhallen. Dies endete 1974 und der Stadtteil wurde umgebaut. 

 

 

Straßenbahndenkmal. Sie fuhr bis 1974.
Straßenbahndenkmal. Sie fuhr bis 1974.

 

 

Wir gehen wieder in Richtung Adalbertsteinweg.

 

Links fällt in der Scheibenstraße 16 ein repräsentatives Gebäude im roten Backstein auf. Es war die Zentrale der Elektrizitätswerke.

 

  

 

 

Weiter wieder vorn auf dem Adalbertsteinweg steht das ASEAG-Haus: Heute ist es ein Verwaltungsgebäude der Stadt Aachen(Jugendamt).

 

Die Strasse, die sehr verkehrsreich ist und meist von Billigläden geprägt. Sie lädt nicht zum shoppen oder gar zum Verweilen ein. 

 

 

 

 

Gegenüber gab es lange die Traditionsgaststätte „Fuchsbau“. Treffpunkt für Karnevalsjecken und für ein schnelles Bierchen vor/nach der Gerichtsverhandlung.

 

Die Stadt endete bis zum Jahr 1900 am Adalbertstor. Hier ging es den Adalbertsteinweg hinauf zu der Stelle, an der heute die Josefskirche steht. 

 

 

Adalbertsteinweg im Jahr 1900
Adalbertsteinweg im Jahr 1900

 

 

Die französischen Besatzer ordneten um 1800 an, dass in den Innenstädten keine Friedhöfe zu sein haben. Darum wurde der Friedhof am Münsterplatz 1803 weit, weit vor die Stadt verlegt: Dem heutigen Ostfriedhof. 

 

 

Kongressdenkmal
Kongressdenkmal
Eingang Friedhof Ost
Eingang Friedhof Ost

 

 

Gegenüber wurde einige Jahre später ein Denkmal errichtet. Dieses Kongressdenkmal wurde durch die Monarchen aus Preußen, Russland und Österreich eingeweiht.  

 

Weil das Gericht errichtet werden sollte, wurde das Denkmal in den heutigen Stadtgarten (Paßstraße) versetzt.

 

 

Amts- und Landgericht
Amts- und Landgericht
Amts- und Landgericht (Kongreßstraße)
Amts- und Landgericht (Kongreßstraße)

 

 

Nach Fertigstellung des Gerichtsgebäudes wurde noch eine Haftanstalt gebaut. Der erste Häftling hieß Moulens. Vom Kaiserplatz zu dieser Haftanstalt muss man den Berg hinauf (zur „Höhe“). Daraus der noch heute gebräuchliche Name zur Anhöhe: „Moulenshöhe“.

 

Es gibt verschiedene Versionen: z.B. vom KG Moulenshöher Jonge: "Es ergab sich in der zweiten Hälfte des

19. Jahrhunderts, das der Rat der Stadt  Aachen in Ermangelung eines Gefängnisses, bei einem Bauer namens „Moulens“ anfragte, die stadtbekannten Ganoven in Teilen der Stallungen von eben diesem einschloss. Dieser mag wohl ein Limburger gewesen sein, der am Oberen Adalbertsteinweg ansässig war. Später dann, kaufte die Stadt Aachen das Land, welches leicht an einer Anhöhe gelegen war, und errichtete dann das damalige alte Gefängnis, welches im Jahre 1874 Ersteinschluss hatte."  

 

 

Es geht hinauf zur Josefskirche
Es geht hinauf zur Josefskirche

 

 

Das Gerichtsgebäude machte in der Nazi Zeit von sich reden, weil viele "nicht-arische“ Menschen nicht nur aus den Staatsdienst entlassen wurden. Viele von ihnen wurden inhaftiert oder verschwanden in Konzentrationslager. 1941 wurde ein sogenanntes Sondergericht eingerichtet. Eine Gedenktafel erinnert heute an die dunkle Zeit jüngster Geschichte.

 

 

Das tägliche Verkehrschaos
Das tägliche Verkehrschaos

 

 

Schließlich wurde auch die Josefskirche errichtet und 1898 eingeweiht. Im Krieg wurde der spitze Turm abgeschossen. Die meisten Menschen denken heute, er müsse so aussehen.  

 

                                                                           Alte Ansicht um 1910

 

 

Heute ist die Kirche entwidmet und ist eine Grabeskirche. Im Inneren finden Beerdigungen statt.

 

 

 

 

Hier am „Deutschen Haus“, dessen Besitzer ein Inder ist, endet unser Spaziergang. Hier treffen sich heute zahlreiche Vereine, besonders Karnevalsvereine. 

 

 

Schwimmhalle Ost
Schwimmhalle Ost

 

 

Neben der Josefskirche steht das Schwimmbad Ost oder die Osthalle. Die alte Schwimmanstalt am Kaiserplatz sollte erneuert werden. Die Stadt entschied sich 1912 stattdessen die Elisabethhalle zu bauen. 1961 entstand endlich die Schwimmhalle-Ost.

 

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